#Netzwerk & Sicherheit · 3 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

MEGA-PATCH! Chrome stopft 370 Sicherheitslücken auf einen Schlag — 7 davon kritisch, so updatest du in 30 Sekunden

MEGA-PATCH! Chrome stopft 370 Sicherheitslücken auf einen Schlag — 7 davon kritisch, so updatest du in 30 Sekunden

Das ist eine Hausnummer selbst für Google: Mit dem ersten stabilen Release von Chrome 151 stopft der Konzern 370 Sicherheitslücken in einem einzigen Update. Seit dem 29. Juli rollt die neue Version auf Windows, macOS und Linux aus — und du solltest ihr die 30 Sekunden gönnen, die ein Update dauert.

WAHNSINN: Das steckt in den 370 Fixes

Die Bilanz im Detail: 7 kritische, 71 hochriskante, 170 mittlere und 122 niedrige Lücken. Besonders brisant sind die kritischen Fälle: Gleich vier Use-after-free-Fehler stecken in den Komponenten Compositing, Views, Skia und Ozone — also mitten in der Grafik- und Darstellungsschicht des Browsers. Dazu kommen zwei Validierungs-Fehler in den GPU-Komponenten Dawn und ANGLE sowie eine Race Condition im Update-Mechanismus selbst.

Use-after-free-Lücken sind bei Angreifern beliebt, weil sie sich oft zu einer Codeausführung ausbauen lassen — im schlimmsten Fall reicht dann der Besuch einer präparierten Webseite. Wie gefährlich das werden kann, hat der Chrome-Zero-Day im Juni gezeigt.

SO updatest du in 30 Sekunden

Tippe in die Adresszeile chrome://settings/help — Chrome sucht dann automatisch nach dem Update und installiert es. Danach einmal „Neu starten“ klicken, fertig. Verteilt werden die Versionen 151.0.7922.71 und .72 für Windows und macOS sowie 151.0.7922.71 für Linux. Wichtig: Das Update wirkt erst nach dem Browser-Neustart — der ewig geöffnete Browser mit 40 Tabs bleibt sonst verwundbar.

EXTRA-TIPP: Auch Edge, Brave und Vivaldi betrifft das

Chrome basiert auf Chromium — genau wie Microsoft Edge, Brave, Vivaldi und Opera. Diese Browser übernehmen die Sicherheits-Fixes in ihren nächsten Updates. Halte also auch dort die Augen offen und spiele anstehende Aktualisierungen zeitnah ein.

Und wenn du im Haushalt oder in der Familie die inoffizielle IT-Abteilung bist: Wirf bei Gelegenheit einen Blick auf die Rechner deiner Liebsten. Gerade dort läuft der Browser gern wochenlang ohne Neustart — das bereitstehende Update wartet dann ungenutzt im Hintergrund, während munter weitergesurft wird.

FAZIT: Googles Fließband-Patcherei funktioniert

Mit diesem Update hat Google allein in diesem Jahr über 1.800 Chrome-Lücken geschlossen. Ein Großteil davon stammt aus internen Werkzeugen wie Fuzzing und Speicher-Sanitizern, die den Code automatisiert auf Fehler abklopfen — die Masse an Funden zeigt, wie komplex ein moderner Browser geworden ist. Für dich zählt nur eins: Update einspielen, neu starten, weitersurfen.

Häufige Fragen

Muss ich sofort updaten oder kann ich warten?
Update zeitnah einspielen. Zwar ist bislang keine aktive Ausnutzung der Chrome-151-Lücken bekannt, aber unter den 370 Fixes sind 7 kritische und 71 hochriskante Fehler — darunter Use-after-free-Lücken, die sich erfahrungsgemäß schnell zu Exploits ausbauen lassen, sobald die Details öffentlich sind.
Wie führe ich das Update durch?
Öffne chrome://settings/help über die Adresszeile oder klicke auf Menü, Hilfe und dann Über Google Chrome. Der Browser lädt das Update automatisch herunter. Anschließend auf Neu starten klicken — erst danach ist die neue Version aktiv. Deine Tabs stellt Chrome nach dem Neustart automatisch wieder her.
Bin ich mit Edge, Brave oder Vivaldi auch betroffen?
Ja, grundsätzlich schon: Diese Browser basieren auf derselben Chromium-Codebasis und teilen viele der Lücken. Die Hersteller übernehmen die Fixes in ihren eigenen Update-Zyklen, meist innerhalb weniger Tage. Prüfe in den Einstellungen deines Browsers, ob ein Update bereitsteht.
Was bedeutet Use-after-free eigentlich?
Der Browser gibt einen Speicherbereich frei, nutzt ihn aber später versehentlich weiter. Angreifer können den freigegebenen Bereich gezielt mit eigenen Daten füllen und so den Programmfluss umlenken — bis hin zur Ausführung von Schadcode. Deshalb gelten Use-after-free-Fehler in Browsern als besonders gefährlich.

Quellen

SecurityWeek · Infosecurity Magazine

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