Linus hat gemerged. Am 26. April hat Linus Torvalds den ersten Release-Candidate für Linux 7.1 auf der LKML angekündigt. Die neue Linie startet damit offiziell – und bringt ein paar Punkte mit, die für Homelabber, Server-Admins und Container-Bauer interessant sind.
SCHOCK: Merge-Window kleiner als bei 7.0
Torvalds schreibt selbst, dass das Merge-Window diesmal kleiner ausfällt als beim Vorgänger. Das ist ein gutes Zeichen: weniger Patches, weniger Regressionen, mehr Stabilität in den ersten RCs. Trotzdem ist 7.1-rc1 nichts für Produktivsysteme – die Linie bekommt erst nach drei bis vier weiteren RCs ein Stable-Tag.
UNGLAUBLICH: Neue ARM-SoCs und BPF-Polish
Spannend für Homelab-Hardware: Mehrere neue ARM-SoCs kriegen Mainline-Treiber. Wer auf Rockchip- oder NXP-Boards setzt, profitiert vom besseren Out-of-the-Box-Support. eBPF bekommt zusätzliche Verbesserungen rund um Verifier-Performance und CO-RE-Type-Resolution. Tools wie Cilium, Tetragon oder bcc laufen auf 7.1 spürbar runder.
Im Filesystem-Stack räumt das Team EROFS auf. Wer in Containern viel mit Read-Only-Layern arbeitet, sieht erste Speed-Ups bei Cold-Starts.
So testest du den RC in 30 MINUTEN
- Tarball ziehen. Von kernel.org den 7.1-rc1-Tarball oder das Git-Tag
v7.1-rc1auschecken. - Konfiguration recyclen.
cp /boot/config-$(uname -r) .config, dannmake oldconfig. Neue Optionen kannst du erstmal mit Default beantworten. - Bauen und installieren.
make -j$(nproc), danachmake modules_install install. Distri-spezifischgrub-mkconfig -o /boot/grub/grub.cfg(oderupdate-grub). - Reboot ins Test-Image. Beim Boot-Menü den 7.1-rc1-Eintrag auswählen, das Stable-System bleibt als Fallback.
EXTRA-TIPP: Out-of-Tree-Module immer im Blick
Wer ZFS, NVIDIA proprietär oder eigene Out-of-Tree-Module nutzt, sollte vor dem RC-Test die Repos checken. Üblicherweise dauert es ein paar Tage, bis die ZFS-Maintainer den neuen Tree freigeben. Boot-Eintrag im GRUB sicherheitshalber nicht löschen, sondern als Fallback behalten.
FAZIT: Stabile Basis für 2026
Linux 7.1 wirkt wie ein Polish-Release nach dem 7.0-Knaller. Schöner BPF, sauberere Filesysteme, breiterer ARM-Support. Wer früh testet, hilft dem Kernel-Team und bekommt am Ende ein Stable-System, das auf der eigenen Hardware schon erprobt ist.
Häufige Fragen
Was ist neu in dieser Version?
Lohnt sich das Update sofort oder kann ich warten?
Bricht das Update bestehende Konfigurationen?
Wie führe ich das Update durch?
.config aus dem laufenden System, fahren make oldconfig und kompilieren mit make -j. Anschließend per grub-mkconfig das Boot-Menü aktualisieren und im RC starten.