Linus Torvalds hat am Sonntag, 3. Mai 2026, die zweite Release-Candidate-Version von Linux 7.1 rausgehauen. Klingt nach Routine — ist es aber nicht. Rund die Hälfte aller Änderungen entfällt auf einen massiven Rename in den KVM-Selftests. Und Linus selbst räumt ein, dass viele Patches mittlerweile nach AI-Output riechen. Das ist ein leiser, aber krasser Wandel im Kernel-Workflow.
SO sieht der KVM-Rename aus
Die Selftest-Suite hatte über Jahre eine eigene Naming-Welt: vcpu_args_set, vm_guest_mode_str, random_state_t. Die Convention im restlichen Kernel verlangt aber den Subsystem-Prefix — also kvm_. Mit RC2 ist das jetzt durchgezogen: vcpu_args_set heisst kvm_vcpu_args_set, vm_guest_mode_str wird zu kvm_vm_guest_mode_str, und so weiter. Pure Kosmetik? Mitnichten — das öffnet die Tür für künftige Cross-Subsystem-Refactorings, ohne dass Selftests anderen Code shadowen.
UNGLAUBLICH: AI-Patches im Mainline
Linus hat in der Release-Mail offen geschrieben, dass „developers are increasingly using AI tooling to help generate these patches”. Schon in 7.0 hatte er das beobachtet, in 7.1 RC2 hält der Trend an. Heisst: Reviewer müssen genauer hingucken, welche Pull-Requests durchrutschen — gerade Treiber-Fixes mit LLM-typischer Phrasierung. Es ist nicht per se schlecht, aber es ändert den Maintainer-Alltag.
HAMMER: Was sonst in RC2 steckt
- Grafik-Fixes in
amdgpuundi915— vor allem auf neueren Intel-Battlemage-Karten. - Netzwerk-Treiber: ARP-Edge-Cases im VLAN-Code, kleine Fixes in
iwlwifi. - Test-Code-Polish: kselftests-Framework lädt schneller, weniger flaky Runs.
- Kein neuer Killer-Feature-Push — RC2 ist klassisches „Bremsen festziehen”.
SO baust du RC2 in 10 MINUTEN
- Schritt 1: Source ziehen —
git clone --depth 1 -b v7.1-rc2 https://git.kernel.org/pub/scm/linux/kernel/git/torvalds/linux.git. - Schritt 2: Config holen —
cp /boot/config-$(uname -r) .config && make olddefconfig. - Schritt 3: Build —
make -j$(nproc). Auf einem 8-Kerner sind das 8 bis 12 Minuten. - Schritt 4: Install —
sudo make modules_install && sudo make install. Reboot mitgrub2-mkconfig.
EXTRA-TIPP: Test in der Proxmox-VM
Wer den Test-Kernel nicht direkt aufs Homelab-Bare-Metal werfen will, baut sich eine Proxmox-VM, klont da die Source rein und baut isoliert. Mit cpu host bekommst du nahezu native Geschwindigkeit, im Notfall ist die VM in 30 Sekunden zurückgerollt. Selbst KVM-Selftests laufen dann nested — ein cooler Stress-Test für deinen Hypervisor.
SCHOCK-Detail: Linus zwischen Kosmetik und Quality-Control
Die Tatsache, dass 50 Prozent der Diff-Lines auf Renaming entfallen, zeigt eines deutlich: Der Kernel ist erwachsen geworden. Es geht nicht mehr um neue Subsysteme, sondern um Wartbarkeit, Konventionen, sauberes Test-Setup. Und: Linus ist mittlerweile weniger der Code-Schreiber, mehr der Quality-Gate. Wenn er im Release-Brief auf AI-Patches deutet, ist das ein Signal an die ganze Community — schaut hin, wer da wirklich pusht.
FAZIT: RC2 ist kein Sprint, sondern Reifeprüfung
Wenn du keinen Test-Bench hast, lass es. Wenn du einen hast, baue heute Abend, lass die KVM-Selftests laufen und schick einen Bug-Report, sobald irgendwas knirscht. Das finale 7.1 kommt wahrscheinlich am 7. Juni — bis dahin lebt der Kernel von Bug-Berichten aus genau deinem Homelab.
Häufige Fragen
Was ist neu in 7.1-rc2?
Was bedeutet AI-generierte Patches?
Wann kommt Linux 7.1 stabil?
Lohnt sich das schon im Homelab?
grub-set-default auswählen, fertig.