Immich v2.7.5: Bessere Duplikat-Erkennung und stabilere iOS-App
Wenn du deine Fotos selbst hostest, ist Immich mittlerweile die beliebteste Open-Source-Alternative zu Google Photos. Am 13. April 2026 ist die neue Version Immich v2.7.5 erschienen – ein reines Stabilitäts- und Polishing-Release, das aber für alle interessant ist, die in ihrer Bibliothek schon mit Tausenden Duplikaten kämpfen.
Warum Duplikat-Erkennung wichtig ist
Bei digitalen Fotosammlungen häufen sich über die Jahre meist dieselben Bilder in mehreren Varianten an: einmal vom alten iPhone, einmal als WhatsApp-Kopie, einmal exportiert aus einer Lightroom-Session. Klar, Speicher ist billig – aber die Bibliothek wird dadurch unübersichtlich, und Suchergebnisse werden schwammig. Genau da setzt Immich seit Version 2.7 an.
Was Immich 2.7.5 verbessert
Smarter Vergleich von Duplikaten
Das größte Highlight in 2.7.5: Immich analysiert bei Duplikaten jetzt automatisch Dateigröße und EXIF-Metadaten und schlägt dir vor, welche Datei behalten werden sollte. Das klingt banal, war bisher aber echte Handarbeit. Du klickst in der Duplikat-Übersicht auf ein Paar, und Immich sagt dir: „Dieses Bild hat 12 MP und RAW-Metadaten, das andere ist eine 2-MP-WhatsApp-Kopie – behalte das erste.“
Sobald du die Entscheidung bestätigst, synchronisiert Immich die wichtigsten Metadaten zwischen beiden Dateien, bevor es die Kopie löscht. So gehen zum Beispiel Favoritenmarkierungen oder Album-Zuordnungen der Kopie nicht verloren, sondern wandern auf das behaltene Original.
Mobile Apps: bessere iOS-Performance
Die iOS-App bekommt in 2.7.5 ein paar gezielte Fixes: Die Bilder werden in der Gitteransicht schärfer dargestellt, und die Umschaltung zwischen verschiedenen Alben ist spürbar flotter. Wer die App auf älteren iPads nutzt, merkt den Unterschied besonders.
Content Security Policy
Seit Version 2.7.0 kannst du Immich mit einer Content Security Policy (CSP) betreiben. Das ist eine Browser-Sicherheitsfunktion, die verhindert, dass fremder JavaScript-Code in deine Webanwendung eingeschleust wird. In 2.7.5 wurden die Default-Einstellungen so justiert, dass CSP out-of-the-box keine legitimen Features mehr blockiert – vorher gab es hin und wieder leere Vorschaubilder, wenn man die Option aktiviert hatte.
Aktivieren kannst du die CSP über die Umgebungsvariable IMMICH_HELMET_FILE in deiner docker-compose.yml. Entweder setzt du sie auf true für die Standard-Einstellung, oder du zeigst auf eine eigene Helmet-Konfigurationsdatei. Für Homelabber reicht der Standard-Modus völlig aus.
Update-Anleitung für Docker-Setups
Die meisten Immich-Nutzer betreiben die App mit Docker Compose. Das Update läuft dann in drei Schritten:
- Backup der Datenbank anlegen. Immich liefert dafür im Admin-Interface einen „Export“-Button.
- Images aktualisieren mit
docker compose pull. - Container neu starten über
docker compose up -d.
Nach dem Start läuft Immich einmal seine Migrationen durch und indiziert bei großen Bibliotheken ein paar Minuten lang die Metadaten neu. Ich empfehle, in dieser Zeit keine Uploads zu starten – die APIs funktionieren zwar, aber die Performance ist spürbar niedriger.
Was du vor dem Update prüfen solltest
- Maschine-Learning-Container läuft separat. Wenn du Objekterkennung oder Gesichtssuche nutzt, wird der zusätzliche
immich-machine-learning-Container ebenfalls neu gezogen. Auf schwacher Hardware (Raspberry Pi) lohnt es sich, den ML-Container auf eine andere Maschine auszulagern. - Speicherplatz prüfen. Die Duplikat-Erkennung kostet während der ersten Analyse einiges an Datenbank-Speicher. Plane 10-20 % zusätzliches Volumen ein.
- Mobile Apps updaten. Die iOS- und Android-Apps müssen minimal die gleiche Major-Version wie der Server haben. Zu alte Clients verweigern sonst den Upload.
Mein Fazit
Immich 2.7.5 ist kein Feature-Release, das die Welt verändert – aber genau das macht es sympathisch. Die Entwickler investieren ihre Zeit in Stabilität und Details, statt neue Buttons in die Oberfläche zu klatschen. Die smartere Duplikat-Erkennung ist ein echter Zeitsparer, wenn du 50.000 oder 100.000 Fotos durchforstest. Und die iOS-Fixes machen den Alltag einfach besser.
Wenn du noch gar nicht bei Immich bist und nach einer Alternative zu Google Fotos suchst: Jetzt ist ein super Zeitpunkt, einzusteigen. Für den Anfang reicht ein kleiner Mini-PC oder Raspberry Pi 5 mit externer Festplatte. Mehr braucht es nicht, um die Hoheit über deine Erinnerungen zurückzuholen.
