#Homelab · 4 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

MINIO-SCHOCK! S3-Liebling ist JETZT eingefroren — Garage und SeaweedFS retten dein Self-Hosting!

MINIO-SCHOCK! S3-Liebling ist JETZT eingefroren — Garage und SeaweedFS retten dein Self-Hosting!

Es ist das Ende einer Ära im Self-Hosting: MinIO hat seine Community Edition am 25. April 2026 offiziell archiviert. Die Maintenance-Phase begann schon am 12. Februar — neue Features gibt es nicht mehr, nur kritische Bugfixes. Selfhoster, die ihre S3-kompatible Storage-Schicht auf MinIO aufgebaut haben, blicken jetzt auf Garage, SeaweedFS und das junge RustFS.

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SCHOCK: MinIO-Repo geschlossen!

Erst kam die Maintenance-Mode-Ankündigung per README-Update am 12. Februar. Dann am 25. April 2026 die Archivierung des GitHub-Repos. Damit ist klar: Keine neuen Features, keine aktiven Reviews, lediglich Sicherheitsfixes laufen weiter. Das bedeutet nicht das Ende von MinIO als Software — wer es heute nutzt, kann es heute weiternutzen. Aber die Innovationsspur ist gelegt.

Hintergrund: MinIO Inc. hatte schon länger zwischen Community-Code und Enterprise-Produkten getrennt. Die kommerzielle Schiene heißt jetzt AIStor — und genau dorthin fließt die Entwicklungsleistung.

UNGLAUBLICH: Garage als Self-Host-Liebling!

In der Self-Hosted-Szene wird seit Wochen eine Empfehlung am häufigsten genannt: Garage. Die Software stammt vom französischen Non-Profit-Kollektiv Deuxfleurs, ist in Rust geschrieben und konsequent auf geo-verteilte Setups mit wackliger Hardware optimiert. Hardware-Anforderung: 1 GB RAM und 16 GB Disk reichen für einen Mini-Knoten. Damit läuft Garage problemlos auf einem Raspberry Pi 4* oder im 4-Bay-NAS.

Was Garage besonders macht: Es repliziert über schlechte Verbindungen, baut Cluster aus drei oder mehr Knoten in unterschiedlichen Räumen, und kommt ohne klassischen Master aus. Genau das hat Selfhoster und Privatleute in der ganzen Welt überzeugt.

HEFTIG: SeaweedFS skaliert auf Petabyte!

Die zweite Liga-Alternative ist SeaweedFS — geschrieben in Go, optimiert für Blob-, Objekt- und Datalake-Setups. Wer im Self-Hosting plötzlich auf Petabyte-Größen kommt (Bilder-Archive, Foto-Backup für Familie und Freunde, Video-Bibliotheken), bekommt mit SeaweedFS eine kommerziell erprobte Lösung — die Software läuft seit Jahren in Firmen mit ernsten Datenmengen.

RUSTFS: heiß, aber Alpha!

Der jüngste Player im Bunde heißt RustFS. Apache-2.0-Lizenz, in Rust, mit einer Web-Konsole und Migrations-Tools. RustFS verspricht 2,3-fache Performance gegenüber MinIO bei kleinen Objekten und nutzt eine Zero-Master-Architektur. Klingt wild — ist aber laut offizieller Doku nicht für produktive Umgebungen empfohlen. Wer experimentieren will: in eine Test-VM, dort glücklich werden.

SO MIGRIERST DU in 5 SCHRITTEN!

Ein typischer Migrationspfad MinIO → Garage:

1. Garage-Cluster auf einem zweiten System aufsetzen — eine kleine Cloud-VM bei Hetzner* reicht für die ersten Tests, Docker-Compose oder direktes Binary läuft beides.
2. Bucket-Layout planen — Garage hat etwas andere Naming-Konventionen.
3. Mit rclone oder mc mirror die Daten kopieren: mc mirror minio/bucket garage/bucket.
4. Anwendungen testweise auf Garage umstellen — gerade Pre-Signed-URLs und IAM-Regeln prüfen.
5. Cutover: DNS oder Reverse-Proxy umlegen, alte MinIO-Instanz für 1 Woche als Read-Only stehenlassen.

FAZIT: Maintenance ist nicht das Ende — aber ein Signal!

MinIO ist nicht tot, aber eingefroren. Wer Self-Hosting ernst nimmt, evaluiert jetzt die Alternativen — bevor das nächste Feature fehlt oder ein Treiber nicht mehr passt. Garage ist der heiße Kandidat fürs Homelab, SeaweedFS für die ernste Skalierung. RustFS bleibt zunächst Spielwiese.

Quellen

Häufige Fragen

Was bedeutet Maintenance-Modus für MinIO?
MinIO hat am 12. Februar 2026 den README in Maintenance-Modus gesetzt und das Repo am 25. April 2026 archiviert. Heißt: Keine neuen Features, nur kritische Bugfixes, keine aktiven Reviews von Community-Pull-Requests. Wer MinIO produktiv betreibt, läuft nicht sofort vor die Wand — sollte aber Migrationspfade evaluieren.
Welche Alternative ist die beste?
Für die meisten Self-Hoster ist Garage die erste Wahl. Es ist in Rust gebaut, von dem französischen Kollektiv Deuxfleurs entwickelt und auf geo-verteilte Setups mit wenig Hardware optimiert. SeaweedFS ist die Skalier-Alternative für Petabyte-Setups in Go. RustFS ist neu, performant, aber laut Doku noch nicht produktionsreif.
Wie aufwendig ist die Migration?
Reine Daten-Migration über die S3-API geht relativ entspannt — rclone copy oder mc mirror schaufeln Buckets nach Garage oder SeaweedFS. Schwieriger ist die Anwendungsseite: Bucket-Policies, IAM-Regeln und Pre-Signed-URLs unterscheiden sich teilweise. Plane mindestens einen Tag Test in einer Staging-Umgebung.
Muss ich sofort wechseln?
Nein. MinIO bleibt funktional, kritische Patches kommen weiterhin. Aber die Roadmap steht still — das heißt: keine neuen S3-Features, keine größeren Performance-Verbesserungen, keine neue Hardware-Optimierung. Wer mittelfristig plant oder neu aufsetzt, sollte direkt auf Garage oder SeaweedFS gehen.

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