Anthropic hat am 30. April 2026 das größte Claude-Code-Sammelupdate seit Wochen ausgerollt – und die meisten Änderungen riechen nach „endlich“. Das Team hat Modellauswahl, Permission-Handling, Windows-Bugs, Telemetry und das Terminal-Rendering in einem Schwung angefasst. Wer Claude Code täglich nutzt, spürt den Unterschied schon nach dem ersten Run.
HAMMER 1: claude project purge – endlich wieder aufräumen
Wer Claude Code länger benutzt, kennt das Problem: jedes Projekt sammelt im Hintergrund Sessions, Caches und Permission-Datensätze. Bisher musste man die Dateien per Hand suchen. Jetzt gibt es claude project purge [path] mit den Flags --dry-run, -y, -i und --all. Das räumt sauber auf, ohne deine globale Konfig zu zerlegen. Praktisch nach einem PoC, den du nie wieder anfassen willst.
HAMMER 2: /tui – flickerfreies Rendern im Terminal
Lange war die Claude-Code-UI im Terminal vor allem auf langsamen SSH-Sessions ein Augenschmerz: jede längere Antwort hat geflackert, weil das Repaint nicht inkrementell lief. Mit dem neuen /tui-Befehl schaltest du auf einen flickerfreien Render-Modus um. Dazu kommt: Ctrl+O wechselt jetzt zwischen normalem und verbose Transkript – kein neues Setting nötig.
HAMMER 3: Push-Notifications für Remote Control
Wenn du Claude Code im Hintergrund auf einem Remote-Host laufen lässt, war es bisher schwer zu sehen, wann ein Run wirklich fertig ist. Das neue Push-Notification-Tool (Teil von Remote Control) schickt eine Nachricht an dein Endgerät, sobald ein Tool-Use, ein Build oder ein langer Test durch ist. Praktisch für Hintergrund-Refactors, die du anstößt und dann auf was anderes umsteigst.
HAMMER 4: Modell-Picker zieht aus dem Gateway
Wer Claude Code mit einem AI-Gateway (z. B. LiteLLM, Portkey oder einem eigenen Reverse-Proxy) betreibt, kennt den Frust mit der Modell-Liste – die war vorher hartcodiert. Setzt du ANTHROPIC_BASE_URL auf einen Anthropic-kompatiblen Gateway, listet /model jetzt das, was wirklich verfügbar ist – aus dem /v1/models-Endpoint deines Gateways. Endlich.
EXTRA-TIPP: Bedrock-Service-Tier konfigurierbar
Wer Claude über AWS Bedrock fährt, kann jetzt mit ANTHROPIC_BEDROCK_SERVICE_TIER eine Service-Klasse setzen. Das hilft, wenn du in einer Umgebung mit Reserved Capacity arbeitest und sicherstellen willst, dass der Anthropic-Call wirklich auf der gewünschten Tier landet, statt unkontrolliert auf On-Demand zu fallen.
FAZIT: Klein in der Anzahl, groß im Alltag
Das Update bringt keinen neuen Modell-Sprung – aber es räumt Reibungspunkte weg, an denen Power-User regelmäßig hängengeblieben sind. project purge allein war seit Monaten überfällig, der Gateway-Picker macht den Self-Hosting-Pfad endlich sauber. Wenn du Claude Code regelmäßig nutzt, ist claude update heute eine sehr gute Idee.
Quellen
- claude-code/CHANGELOG.md auf GitHub
- Claude Code Docs – Changelog
- Releasebot – Anthropic Release Notes April 2026
Häufige Fragen
Was bedeutet claude project purge konkret?
--dry-run siehst du erst, was weg wäre.Bricht das Update meinen Workflow?
/tui ist optional, Ctrl+O wechselt nur das Verbose-Toggle und ersetzt keinen bisherigen Shortcut. Permissions werden migriert, nicht resettet.