Wissenschaftliche Tafel mit einem Feld aus gepaarten Kreisen – Sinnbild für Primär- und Replika-VMs im Backup-Prozess, eines der Paare in iron-oxide
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NAKIVO v11.2 mit Proxmox VE 9 Support: Backup und Replikation neu gedacht

NAKIVO hat am 3. April 2026 die allgemeine Verfügbarkeit von NAKIVO Backup & Replication v11.2 verkündet – und bringt damit genau das mit, worauf viele Proxmox-Nutzer:innen seit dem Release von Proxmox VE 9 gewartet haben: vollen Support für die aktuelle Hypervisor-Generation, dazu Verbesserungen bei Ransomware-Schutz, Replikation und Authentifizierung. Ein genauer Blick lohnt sich – nicht nur für Admins in KMU, sondern auch für Homelabber, die ihre VMs endlich unter einem gemeinsamen Dach sichern wollen.

Proxmox VE 9 wird erwachsen – jetzt auch beim Backup

Mit v11.2 unterstützt NAKIVO Proxmox VE 9.0 vollständig, und der Code für VE 9.1 ist ebenfalls bereits eingebaut. Damit kannst du deinen Cluster aktualisieren, ohne dir Gedanken über eine Lücke in der Sicherungsstrategie machen zu müssen. Laut NAKIVO deckt der Support für Proxmox den kompletten Funktionsumfang ab, den man aus der VMware-Welt gewohnt ist:

  • Agentenloses Backup auf Host-Ebene – keine Gäste müssen angefasst werden.
  • Block-Level-Incremental über natives Change Tracking.
  • Instant VM Recovery und Datei-basierte Wiederherstellung, inklusive Bootvorgang direkt aus dem Backup.
  • Automatische Verifikation mit Screenshot-Bestätigung, damit du weißt, dass die Sicherung wirklich bootet.
  • Immutable Backups auf S3-kompatiblen und Object-Storage-Zielen, um Ransomware den Zugriff auf alte Datenpunkte zu verweigern.

Wer bisher PBS (Proxmox Backup Server) und NAKIVO parallel gefahren hat, kann sich jetzt überlegen, ob eine Tool-Konsolidierung Sinn ergibt. PBS bleibt die schlankere Variante für reine Proxmox-Umgebungen, NAKIVO punktet vor allem dann, wenn zusätzlich VMware-, Hyper-V-, AWS- oder Microsoft-365-Workloads abgesichert werden müssen.

Automatische Echtzeit-Replikation

Herzstück von v11.2 ist die automatisierte Echtzeit-Replikation. Sie hält Replika-VMs kontinuierlich mit den Produktions-Workloads synchron, statt nach festen Zeitplänen zu schnappschuten. Im Schadensfall – Hardware-Ausfall, Ransomware, Fehlbedienung – kannst du innerhalb weniger Minuten auf einen aktuellen Stand umschwenken.

Für kleinere Umgebungen ist das spannend, weil Recovery Point Objectives (RPO) plötzlich in Sekunden statt Stunden gemessen werden können. In Homelabs macht das vor allem in Kombination mit einem zweiten Standort (Remote-NAS, VPS, zweites Blech im Keller) Sinn. Der Overhead auf der Quelle ist laut NAKIVO moderat, weil nur geänderte Blöcke übertragen werden.

Ransomware-Defense: Zwei Ebenen, ein Ziel

Mit v11.2 setzt NAKIVO beim Thema Ransomware-Schutz auf zwei sich ergänzende Mechanismen:

  1. Immutable Repositories auf Object Storage verhindern, dass ein Angreifer im Produktionsnetz die Backups nachträglich manipuliert oder löscht.
  2. Modern Authentication (OAuth2, SAML-ähnliche Flows) ersetzt klassische Credential-Ablagen. Wer Microsoft Entra, Google Workspace oder einen eigenen Keycloak im Einsatz hat, kann Admin-Zugänge ohne Passwörter in Konfigurationsdateien bauen.

Gerade kleinere Teams profitieren davon, weil die häufigsten Einfallstore – gestohlene lokale Admin-Kennwörter – wegfallen, sobald du konsequent auf föderierte Identitäten umstellst.

Weitere Plattform-News in v11.2

  • VMware vSphere 9 wird unterstützt – relevant für alle, die in einer gemischten Welt unterwegs sind.
  • Microsoft 365-Backup hat neue Retention-Policies, die sich an Tenant-Lifecycles ausrichten.
  • Linux-Backups kommen mit optimierten Exkludierungen für Container-Laufzeitdaten.

NAKIVO selbst meldet laut Cybernews ein starkes Q4 2025 und schiebt v11.2 als Reaktion auf die wachsende Nachfrage nach „VMware-Alternativen“ nach – ein direkter Seitenhieb auf Broadcoms Preispolitik seit der VMware-Übernahme.

Lohnt sich das Update?

Für dich gilt vor allem: Wenn du bereits NAKIVO einsetzt, ist v11.2 ein klarer Pflicht-Schritt. Der Proxmox-VE-9-Support räumt die letzte Upgrade-Hürde aus dem Weg, und die Ransomware-Features kommen ohne zusätzliches Budget.

Wenn du bisher nur PBS nutzt, kann v11.2 ein Anlass sein, mal einen Parallelbetrieb zu probieren – gerade, wenn du sowieso schon ein Objekt-Storage-Ziel für andere Daten einsetzt. Die Testversion ist kostenlos, der Einrichtungsaufwand für ein Proxmox-Repo überschaubar.

Ich werde in den kommenden Wochen eine kleine Tutorial-Reihe dazu auf Lapalutschi.de veröffentlichen, in der wir NAKIVO v11.2 gegen PBS und Restic im Homelab benchmarken. Wer dazu Wünsche hat – gern in die Kommentare.

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