Ubuntu 26.04 LTS „Resolute Raccoon“ – Alles Wichtige zum neuen LTS
Am 23. April 2026 ist es so weit: Ubuntu 26.04 LTS mit dem Codenamen „Resolute Raccoon“ erscheint als neues Long-Term-Support-Release. Es bringt mit Linux Kernel 7.0 und GNOME 50 echte Architektursprünge mit – und verabschiedet sich endgültig von X11 als Desktop-Session. In diesem Artikel erfährst du alles, was du über Ubuntu 26.04 LTS wissen musst: neue Features, Systemanforderungen, einen Vergleich mit Ubuntu 24.04 und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Upgrade.
Was ist Ubuntu 26.04 LTS „Resolute Raccoon“?
Ubuntu 26.04 LTS ist das neueste Long-Term-Support-Release von Canonical. LTS-Versionen erscheinen alle zwei Jahre und erhalten fünf Jahre kostenlose Sicherheitsupdates (bis April 2031). Mit Ubuntu Pro lässt sich der Support auf zehn Jahre verlängern. Das macht Ubuntu 26.04 LTS zur idealen Wahl für Produktivsysteme, Server und Homelabs, die Stabilität und Langzeit-Support benötigen.
Der erste Punkt-Release Ubuntu 26.04.1 ist für den 6. August 2026 geplant – ab dann ermöglicht Canonical auch direkte In-Place-Upgrades von Ubuntu 24.04 LTS.
Ubuntu 26.04 LTS: Alle Neuerungen im Überblick
Linux Kernel 7.0 – ein Meilenstein
Ubuntu 26.04 LTS ist die erste LTS-Version mit Linux Kernel 7.0. Ursprünglich war Kernel 6.20 geplant, doch Linus Torvalds entschied, die Versionsnummer auf 7.0 zu heben – ein Meilenstein in der Linux-Geschichte. Was ist konkret neu?
- Neue Hardware-Unterstützung: Intel Nova Lake und AMD Zen 6 werden nativ unterstützt. Auch erste Unterstützung für Qualcomm Snapdragon X2 ist an Bord.
- Verbesserte Dateisysteme: F2FS, exFAT und EXT4 wurden weiterentwickelt.
- Rust in Kernel-Treibern: Die Integration von speichersicheren Rust-Komponenten schreitet weiter voran und verbessert die Systemsicherheit grundlegend.
GNOME 50 – vier Versionen weiter als Ubuntu 24.04
Ubuntu 24.04 lieferte GNOME 46 aus. Ubuntu 26.04 LTS springt direkt auf GNOME 50. Die wichtigsten Änderungen:
- Variable Refresh Rate (VRR) ist standardmäßig aktiviert – ideal für Gaming und flüssige Animationen.
- Fraktionale Skalierung (z. B. 125 % oder 150 %) funktioniert jetzt nativ, ohne Umwege.
- Verbesserter Datei-Manager mit überarbeiteter Oberfläche.
- Remote Desktop wurde deutlich verbessert.
- Neue Kindersicherung direkt im System.
Reiner Wayland-Desktop – X11 als Session fällt weg
Das ist die vielleicht größte Änderung für Desktop-Nutzer: GNOME 50 unterstützt keine X.org-Session mehr. Ubuntu 26.04 LTS läuft ausschließlich unter Wayland. X11-Anwendungen können jedoch weiterhin über XWayland ausgeführt werden – die Kompatibilität bleibt also weitgehend erhalten.
Für NVIDIA-Nutzer besonders relevant: Durch Explicit Sync sind die langjährigen Probleme zwischen NVIDIA-Treibern und Wayland endlich behoben. Ubuntu 26.04 LTS ist das erste Release, bei dem NVIDIA + Wayland wirklich reibungslos funktioniert.
systemd 259 – cgroup v1 ist Geschichte
Ubuntu 26.04 LTS setzt auf systemd 259, das die Unterstützung für cgroup v1 vollständig entfernt. Nur noch die einheitliche cgroup v2 Hierarchie wird unterstützt. Wer Container oder ältere Workloads betreibt, sollte dies im Blick haben – insbesondere Docker- und Kubernetes-Konfigurationen müssen ggf. angepasst werden.
TPM-gestützte Festplattenverschlüsselung
Der Ubuntu-Installer integriert jetzt TPM-backed Full Disk Encryption: Das System kann sich beim Boot automatisch über einen hardware-gebundenen Schlüssel entsperren, ohne dass der Nutzer ein Passwort eingeben muss. Das ist ideal für Server und Homelab-Setups mit automatischem Reboot.
ROCm direkt in Ubuntu-Repositories
Eine große Neuigkeit für KI- und ML-Enthusiasten: Canonical arbeitet direkt mit AMD zusammen, um ROCm (AMDs Open-Source GPU-Computing-Stack) in die offiziellen Ubuntu-Repositories aufzunehmen. Ab Ubuntu 26.04 LTS ist ROCm ohne externe PPAs oder manuelle Installation verfügbar.
x86-64-v3-Pakete für moderne CPUs
Ubuntu 26.04 LTS führt amd64v3/x86-64-v3-Varianten für alle Pakete ein. Diese nutzen erweiterte CPU-Instruktionen moderner Prozessoren (Intel Haswell und neuer, AMD Excavator und neuer) und liefern spürbare Performance-Verbesserungen auf aktueller Hardware.
Ubuntu 24.04 vs. 26.04 LTS – der Vergleich
| Merkmal | Ubuntu 24.04 LTS | Ubuntu 26.04 LTS |
|---|---|---|
| Linux Kernel | 6.8 | 7.0 |
| GNOME Version | 46 | 50 |
| Display-Server | Wayland + X11 | Nur Wayland (XWayland für Apps) |
| systemd | 255 | 259 |
| cgroup | v1 + v2 | Nur v2 |
| Empfohlener RAM | 4 GB | 6 GB |
| Support bis | April 2029 (kostenlos) | April 2031 (kostenlos) |
| NVIDIA Wayland | Teilweise | Vollständig (Explicit Sync) |
| TPM-FDE | Experimentell | Vollständig integriert |
| ROCm (AMD GPU) | Externe PPA nötig | Offizielle Repos |
Systemanforderungen für Ubuntu 26.04 LTS
- CPU: 2 GHz Dual-Core (x86-64)
- RAM: 4 GB Minimum, 6 GB empfohlen (Desktop)
- Speicher: 25 GB freier Festplattenplatz
- Grafik: Wayland-fähige GPU (NVIDIA, AMD, Intel)
- Internet: Für Updates empfohlen
Für Server-Installationen ohne Desktop sind die Anforderungen deutlich geringer: 1 GB RAM und 10 GB Speicher reichen für minimale Setups.
Ubuntu 24.04 LTS auf 26.04 LTS upgraden – Schritt für Schritt
Ein direktes In-Place-Upgrade von Ubuntu 24.04 auf 26.04 wird erst ab dem Point-Release (Ubuntu 26.04.1, geplant für August 2026) offiziell unterstützt. Bis dahin kannst du mit dem Entwicklungs-Flag upgraden – für Produktivsysteme empfehlen wir zu warten.
Schritt 1: System aktualisieren
sudo apt update && sudo apt upgrade -y
sudo apt dist-upgrade -y
sudo apt autoremove -y
Schritt 2: Update-Manager installieren
sudo apt install update-manager-core -y
Schritt 3: Upgrade starten
Nach dem offiziellen Release (ab Ubuntu 26.04.1):
sudo do-release-upgrade
Für Early-Adopter vor dem Point-Release (nicht für Produktivsysteme!):
sudo do-release-upgrade -d
Schritt 4: Hinweise während des Upgrades
- Das System fragt, ob Dienste während des Upgrades automatisch neu gestartet werden sollen – bestätige mit Yes.
- Bei Konfigurationsdateikonflikten wirst du gefragt, ob du die bestehende oder die neue Version behalten möchtest. Im Zweifel: vorhandene beibehalten und später manuell prüfen.
- Nach dem Upgrade: System neu starten und mit
lsb_release -adie Version prüfen.
Wichtige Hinweise für Server und Container
- Docker/Kubernetes: cgroup v2 ist nun Pflicht. Prüfe, ob deine Container-Konfiguration kompatibel ist.
- NVIDIA auf Servern: Der neue Wayland-Stack betrifft primär den Desktop – Server-Installationen ohne Display Manager sind weniger betroffen.
- Backup vorher! Erstelle vor jedem Major-Upgrade ein vollständiges System-Backup.
Ubuntu 26.04 LTS im Homelab – lohnt sich das Upgrade?
Für Homelab-Nutzer ist Ubuntu 26.04 LTS ein klares Ja – aber mit Planung. Die Verbesserungen bei NVIDIA Wayland, der nativen ROCm-Unterstützung und dem neuen Kernel machen es zur besten Ubuntu-Version für KI-Workloads, GPU-Computing und moderne Hardware. Wer einen Proxmox-Host mit Ubuntu-VMs betreibt, sollte die cgroup v2 Pflicht im Blick haben.
Für reine Server-Setups empfehlen wir, mit dem Ubuntu 26.04.1 Point-Release im August 2026 zu warten und dann geordnet zu upgraden.
Fazit
Ubuntu 26.04 LTS „Resolute Raccoon“ ist ein echtes Architektur-Update. Mit Linux Kernel 7.0, GNOME 50, dem vollständigen Wayland-Umstieg und der ROCm-Integration setzt Canonical klare Zeichen für die nächsten Jahre. Die fünf Jahre LTS-Support bis 2031 machen es zur soliden Basis für Desktop, Server und Homelab gleichermaßen.
Willst du upgraden? Dann warte auf den Point-Release im August 2026 für maximale Stabilität – oder spring jetzt ins kalte Wasser, wenn du die Neuerungen sofort erleben möchtest.
Hast du Ubuntu 26.04 LTS schon ausprobiert? Schreib deine Erfahrungen in die Kommentare!
