Self-Hosted Update-Runde April 2026: Jellyfin, Dashy & Home Assistant im Überblick
Wer ein Homelab betreibt, hat in den letzten Wochen gleich mehrere wichtige Updates verpasst, wenn er nicht aufgepasst hat. Die April-Runde bringt einen dringenden Sicherheitspatch für Jellyfin, ein lang ersehntes Major-Release für das Dashboard-Tool Dashy sowie eine der spannendsten Neuerungen bei Home Assistant seit Langem: native Infrarot-Unterstützung. Hier ist die Zusammenfassung, was sich geändert hat – und was du jetzt tun solltest.
Jellyfin 10.11.7 – Sofort updaten!
Am 1. April 2026 hat das Jellyfin-Team Version 10.11.7 veröffentlicht – und das ist kein Aprilscherz. Das Release schließt vier kritische Sicherheitslücken, die unter GitHub Security Advisories gemeldet wurden. Das Jellyfin-Projekt selbst beschreibt die Fixes als „extrem wichtig“ und empfiehlt allen Nutzern, unverzüglich zu aktualisieren.
Die vollständigen Details zu den Schwachstellen werden nach einer 14-tägigen Sperrfrist veröffentlicht – diese Zeit soll Nutzern gegeben werden, um ihre Instanzen zu aktualisieren, bevor Exploit-Details öffentlich werden. Das ist gängige Praxis bei verantwortungsvoller Offenlegung (Responsible Disclosure).
Was wurde außerdem gefixt?
- 25 allgemeine Bugfixes
- Kompatibilitätsverbesserungen für FFmpeg 8.1
- Fixes bei Untertitel-Extraktion und HLS-Streaming
- Verbesserungen an der Bibliotheksdatenbank und dem TMDB-Metadata-Abruf
- Korrektur bei der Zufallssortierung und Untertitel-Downloads
Tipp vor dem Update: Sicher vorher ein Backup deines Jellyfin-Konfigurationsordners. Ab Version 10.11.x nutzt Jellyfin eine einheitliche Datenbank – ein Rollback ist ohne Backup nicht möglich.
Dashy – Erstes Major-Release seit fast 2 Jahren
Wer Dashy kennt, weiß: Das Dashboard-Tool war eine Weile etwas still geworden. Umso größer war die Freude in der Self-Hosting-Community, als Dashy Version 3.0 veröffentlichte – das erste große Release seit fast zwei Jahren. Dashy ist ein Open-Source-Dashboard für dein Homelab mit Statusprüfungen, Widgets, Themes, Icon-Packs, einem UI-Editor und vielem mehr.
Was ist neu in Dashy 3.0?
- Komplett überarbeitete Oberfläche – frisches Design, das deutlich moderner wirkt
- Überarbeitetes Konfigurationssystem – die Config-Struktur wurde grundlegend aufgeräumt
- Neue Infrastruktur im Hintergrund, die zukünftige Updates erleichtern soll
- Verbesserte Performance und Stabilität
Dashy 3.0: Migration von Version 2.x
Wer bereits Dashy in Version 2.x betreibt, sollte vor dem Update einen wichtigen Punkt beachten: Die Konfigurationsstruktur hat sich in Version 3.0 grundlegend geändert. Die bisherige conf.yml ist nicht direkt kompatibel – eine manuelle Migration ist notwendig. Das klingt aufwendig, ist aber gut dokumentiert und in der Regel in unter einer Stunde erledigt.
- Backup zuerst: Sichere deine aktuelle
conf.ymlund alle eigenen Themes oder Icons vor dem Upgrade - Neue Config-Struktur: Die Abschnitte
appConfig,pageInfoundsectionswurden umstrukturiert – prüfe die offizielle Migrationsdokumentation im Dashy-GitHub-Repository - Themes und CSS: Eigene CSS-Anpassungen müssen überprüft und gegebenenfalls angepasst werden, da sich Klassen-Namen geändert haben
- Testlauf empfohlen: Starte Dashy 3.0 zunächst mit einer frischen Konfiguration in einem separaten Docker-Container, bevor du deine bestehende Instanz migrierst – so kannst du das neue Setup gefahrlos ausprobieren
- Kein In-Place-Upgrade: Ein direktes Überschreiben des Containers mit dem neuen Image kann zu einer defekten Konfiguration führen
Wer Dashy bisher noch gar nicht nutzt, hat es leichter: einfach mit einer sauberen Konfiguration starten und loslegen.
Wer Dashy bisher noch nicht ausprobiert hat: Jetzt ist ein guter Zeitpunkt. Das Tool lässt sich schnell per Docker deployen und gibt dir eine zentrale Übersicht über alle deine Self-Hosted-Dienste. Für einen Einstieg einfach das offizielle Docker-Image nutzen:
docker run -d -p 4000:8080 -v /path/to/my-conf.yml:/app/user-data/conf.yml --name my-dashboard lissy93/dashy:latest
Home Assistant 2026.4 – Infrarot ist zurück
Home Assistant 2026.4 trägt den treffenden Beinamen „Infrared never left the chat“ – und wer jemals einen alten Fernseher oder eine Klimaanlage per IR steuern wollte, wird dieses Update lieben. Mit 2026.4 bekommt Home Assistant nun native Infrarot-Unterstützung: Alte Geräte wie Fernseher, Klimaanlagen oder Soundbars lassen sich künftig direkt aus Home Assistant steuern – ganz ohne neue Hardware kaufen zu müssen.
Wie funktioniert die IR-Integration?
Die Integration erstellt eine Media-Player-Entity mit Unterstützung für Ein-/Ausschalten, Lautstärke, Kanalsteuerung und Wiedergabe-Befehle. Dazu kommen Button-Entities für typische Fernbedienungsfunktionen wie Eingangsauswahl und Navigation. Da Infrarot von Natur aus unidirektional ist, arbeitet die Integration derzeit mit angenommenen Zuständen (Assumed States).
Der einfachste Einstieg ist mit dem Seeed Studio XIAO IR Mate, der sich direkt über den Browser mit ESPHome flashen lässt. Einmal eingerichtet und in Home Assistant eingebunden, hast du sofort einen funktionierenden Infrarot-Proxy.
Weitere Highlights in 2026.4
- Automations-Verbesserungen: Trigger und Bedingungen können jetzt auf Bereiche (Areas) und Labels statt einzelne Entitäten zielen
- Dashboard-Updates: Hintergrundfarben für Dashboard-Abschnitte, Favoriten auf Dashboard-Cards
- Matter-Lock-Management mit PIN-Code-Unterstützung
- AI Assist Transparenz: Du siehst jetzt, was der KI-gestützte Assistent gerade „denkt“, während er deine Anfrage verarbeitet
- 14 neue Integrationen
Fazit: Update-Pflicht für Homelab-Betreiber
Dieser April bringt für Self-Hoster gleich mehrere Gründe, die Update-Routine anzuschmeißen. Jellyfin 10.11.7 ist ein Must-Have-Security-Update – bitte nicht warten. Dashy 3.0 belohnt alle, die dem Tool treu geblieben sind, mit einem kompletten Refresh. Und Home Assistant 2026.4 zeigt mal wieder, warum es die erste Wahl für Smart-Home-Enthusiasten ist: Die IR-Integration ist ein echter Mehrwert für alle, die alte Geräte weiterverwenden möchten.
Welche dieser Updates habt ihr schon durchgeführt? Oder gibt es ein anderes Self-Hosted-Projekt, das ihr gerade auf dem Radar habt? Schreibt es in die Kommentare!
